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	<title>Saluton!</title>
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		<title>Spur des Glücks</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 20:03:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wilbur zog es im Herbst oft an die Themse, er mochte das dunkle Wasser und die Kälte, die stets von ihm ausging, selbst an warmen Sommertagen. Nicht selten blieb er ganze Tage an den Ufern und hörte Musik, machte Photographien von den bizarren Erscheinungen der Großstadt und genoss die Einsamkeit im Gewühl der Zivilisation. Die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=336&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Wilbur zog es im Herbst oft an die Themse, er mochte das dunkle Wasser und die Kälte, die stets von ihm ausging, selbst an warmen Sommertagen. <span id="more-336"></span>Nicht selten blieb er ganze Tage an den Ufern und hörte Musik, machte Photographien von den bizarren Erscheinungen der Großstadt und genoss die Einsamkeit im Gewühl der Zivilisation. Die Arbeit machte ihm &#8211; ähnlich den meisten Menschen &#8211; keinen Spaß und war eher Mittel zum Zweck als die Erfüllung seines Selbst. Auf soziale Kontakte legte Wilbur ebenfalls wenig Wert, Männer wie Frauen waren ihm eher Last als Bereicherung, kurzum: am wohlsten fühlte er sich in voller Konzentration auf seine eigene Person, das größtmögliche Maß an Ungebundenheit war ihm wichtiger als die Freuden, die einem andere Menschen zu bescheren im Stande sind. Wilbur hatte keine spezielle Leidenschaft. Vielmehr waren seine freizeitlichen Tätigkeiten allesamt meist sehr kurzlebig und zeugten nicht gerade von besonderer Willenskraft oder reichem Interesse, jedoch ähnelten sie sich darin, dass sie Wilbur selbst und alle Aspekte seines Lebens in bleibender Form kanalisierten und bei breitem Wohlgefallen in unseren Breiten gemeinhin als &#8222;Kunst&#8220; bezeichnet werden. Auf derartige, Intellekt und Ästhetik suggerierende Etikettierungen legte er dabei ebenso wenig Wert wie auf positive als auch negative Rückmeldungen seiner Mitmenschen, gleich, ob es sich um die Mutter oder in der Kunstszene als &#8222;schwergewichtig&#8220; bezeichnete Kuratoren handelte. Jedenfalls war es wieder einmal Herbst geworden, für Wilbur war es mittlerweile der achtundvierzigste, und Wilbur hatte sich einen wärmenden Mantel übergeworfen, eine wollige Baskenmütze ins Gesicht gezogen und einen Weg in Richtung Stadtrand eingeschlagen, was ihn zwangsläufig an stillgelegten Industrien und ehemaligen, wenig gepflegten Gewerbeflächen entlang führte. Spaziergänge waren für ihn &#8211; ganz im Gegensatz zu seiner Arbeit &#8211; Selbstzweck genug, nicht an enttäuschten Erwartungen zu scheitern und in Folge dessen davon abzulassen, so wie es schon mit vielen Sportarten in seiner Jugend oder den Geist bereichernden Tätigkeiten vergangener Jahre gewesen war. Ich erzähle von Wilbur, weil er trotz vieler seiner Charaktereigenschaften und Eigenheiten, die eine große Schnittmenge mit den üblichen Merkmalen des modernen Menschen bildeten, eine ganz und gar besondere Eigenschaft besaß: Wilbur war glücklich. Nicht wie einer, der im Kasino auf die richtigen Zahlen und Farben gesetzt hatte, nicht wie einer, der frisch verliebt war, nicht wie einer, der das Glück seiner Familie benötigte, um aus vollem Herzen lachen zu können, Wilburs Glück war ein tief in seinem Innern verankertes Gewässer, das kein Sturm und kein Erdbeben, kein menschliches Wüsten und kein Kometeneinschlag hätte aufwühlen können. Ein früher Freund erzählte mir, dass sich Wilbur selbst seines Glückes niemals bewusst gewesen sein soll, zumindest jedoch niemals darüber sprach, doch ich glaube das nicht. Jemand wie Wilbur, der keinen Groll gegen sich selbst, andere Menschen oder Umstände in der Welt hegte und sein Glück auch nicht aus der Lehre des Buddhismus oder anderen, zu Glück und Einheit verhelfenden Gedankengebäuden bezog, musste seinen Platz in der Welt kennen und in Folge dessen sein Glück erkannt, zumindest jedoch die Abwesenheit von Unglück bemerkt haben, andernfalls müsste ich ihm Glück als Resultat eines Mangels an Verstand unterstellen. Doch wie ich bereits erzählte, war Wilbur keinesfalls dumm oder gar so ignorant, dass er seine eigene Situation nicht in Relation zu seinen Mitmenschen setzen konnte, was wiederrum unausweichlich Glück bewirkt hätte. Aus irgendeinem Umstand seines Lebens muss er die Erkenntnis gewonnen haben, dass es das größte Glück auf Erden ist, auf Erden zu sein und eben diese Erde mit dem Blick eines Genügsamen oder Wohlwollenden zu betrachten. Heute ist Wilbur verschwunden, die Geschichte seines Glücks jedoch nicht, und allein das Fortleben des Erzählens erhält die Verneinung des modernen Pessimismus &#8211; der einem nicht selten aus allen Richtungen entgegenschlägt &#8211; am Leben und impliziert damit die Möglichkeit des Glücks uns scheinbar unbekannter Quellen.</p>
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		<title>Letters to my Fatherland: Soziale Misswirtschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 07:05:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dear Germany,

bin ich alt geworden? Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich am scheinbar konstant stabilen System meines eigenen Lebens zu zweifeln beginne. Ist man so glücklich, wie du erzählst? Ist man wirklich so gesund, wie mir das Fieberthermometer weißmachen will? Vielleicht gehört es zum Erwachsensein dazu, gewisse Dinge im Voraus zu erkennen, zumindest Verdacht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=330&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Dear Germany,</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">bin ich alt geworden? Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich am scheinbar konstant stabilen System meines eigenen Lebens zu zweifeln beginne. I<span id="more-330"></span>st man so glücklich, wie du erzählst? Ist man wirklich so gesund, wie mir das Fieberthermometer weißmachen will? Vielleicht gehört es zum Erwachsensein dazu, gewisse Dinge im Voraus zu erkennen, zumindest Verdacht zu schöpfen, zu ahnen, zu vermuten. Ich kann mich an zu viele Momente in den letzten Jahren meines Lebens erinnern, in denen ich mich mit dem Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung sei, zu einer deiner zuständigen Stätte der Abhilfe bewegte, aber nur ein trockenes und nicht selten genügsam wirkendes &#8222;Nun, wir können nichts finden, da scheint alles in Ordnung zu sein.&#8220; zu hören bekam. Gut, vielleicht fühlt man sich zur Zeit einfach nicht gut, naja, vielleicht sind die Qualmwolken beim Beschleunigen ja nur eine Frage der Form, eventuell ist es ja doch nicht notwendig, alle Quittungen mit einzuschicken, wie du es uns, Ziehvater Bürokratie, beigebracht hast. Bin ich überempfindlich, wenn ich mich daran störe, dass man vielerorts mit Bleistiften wählen muss, Superstar-Model-Tauschmutter-Hobbyhandwerker-Sendungen sehen muss, weil es nichts Besseres zu sehen gibt? Bin ich übervorsichtig, wenn  ich die heile Welt nicht als glücklichen Umstand der westlichen Schaufensterwelt verstehe? Nein, ich lebe nur lange genug, um einige deiner Wirkungsmuster zu kennen. Muss man erst ernsthaft krank sein, um ernsthaft untersucht zu werden? Und wo liegt die Grenze deines Verdachts? Unter Umständen würde ich mir eingestehen, eine gesunde Großstadt-Paranoia herum zu tragen, doch trotz aller beruhigenden Worte deinerseits, die Welt würde sich, wie es von ihr erwartet wird, schiefenekliptisch weiterdrehen, bleibt mir der fade Geschmack des &#8222;mismatch&#8220; am Gaumen kleben, Germany, du bist nicht mehr &#8222;the place to be&#8220;, kein Ort des Freuens, Denkens oder Liebens.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Yours sincerely,<br />
Ich</p>
<p style="text-align:justify;">
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		<title>Sonntagsgedanken (2)</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 17:20:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist in der Tat fraglich, wie es mit allem weitergehen wird. Was kommt nach dem Rauchverbot? Das Trinkverbot. Das Spielverbot. Das Spaßverbot. Was ist die Maßeinheit, der Grenzwert für Spaß? Wozu überhaupt zählen? Wir zählen die durchschnittliche Zeit, die einem Menschen in Land X bleibt, seine durchschnittlichen Ausgaben für Dosenfutter, seine durchschnittliche Kinderzahl und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=314&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Es ist in der Tat fraglich, wie es mit allem weitergehen wird. Was kommt nach dem Rauchverbot? Das Trinkverbot. Das Spielverbot. Das Spaßverbot. <span id="more-314"></span>Was ist die Maßeinheit, der Grenzwert für Spaß? Wozu überhaupt zählen? Wir zählen die durchschnittliche Zeit, die einem Menschen in Land X bleibt, seine durchschnittlichen Ausgaben für Dosenfutter, seine durchschnittliche Kinderzahl und die Menge an Gehirnzellen, die bei jedem Kopfball absterben. Es ist hoffnungslos, hoffnungslose Fragen zu stellen. Wo sind eigentlich all die Gebote hin? Wann wurden Gebote zu Verboten? Und inwieweit bin ich eigentlich fähig, über mein Leben hinaus zu denken? Es scheint mir üblich, Gedanken an den Tod zu verdrängen: er ist grausam, manchmal ganz schön Ekel erregend, furchteinflößend und vor allem unpopulär. Er lässt sich schlecht vermarkten, schlechter als der Krieg, einer der Vorarbeiter des Todes. Das menschliche Denken erstreckt sich nicht selten von der eigenen Geburt bis zum eigenen, individuellen Ableben. Die Maxime lautet: &#8222;Intensität&#8220;. Intensiv essen, intensiv herumspaßen, intensiv lieben, Intensivstation. Und das nicht selten im sog. &#8222;besten Fall&#8220;. Die Frage nach Intensität stellt sich vielerorts nicht, dort wird höchstens unterschiedlich intensiv gestorben. Bei uns hingegen wurde noch nie so wenig, so unspektakulär gestorben wie jetzt &#8211; und gerade dann wird der Begriff &#8222;Nachhaltigkeit&#8220; geboren? Was soll das sein, Nachhaltigkeit? Einschnitte in mein eigenes Leben zu Gunsten &#8230;. von wem? Meiner Kinder? Die Geburtenraten sinken.  Zu Gunsten anderer Kinder? Wozu? Den homo oeconomicus interessiert das wenig. Darwin vielleicht noch weniger. &#8222;Meine Gene, sonst keine!&#8220; höre ich den Primaten flüstern, während ich die Heizung hinunterdrehe und CO2 spare, damit die Urenkel meiner Nachbarin in 60 Jahren noch Mützen häkeln und vor allem gebrauchen können. Ist das meine Natur? Denke ich so großräumig, so langfristig, so  &#8222;artgerecht&#8220;? Oder ist es einfach Trend, ein Hirngespinst, das sich in meinen Kopf gepflanzt hat, weil es mir momentan am plausibelsten, am ersterbenswertesten, am moralischsten erscheint? Was ist mir am nächsten? Mein Leben oder meine Art? Und wo hört mein Leben eigentlich auf? Hinter der Haustür oder an der Landesgrenze, vor meiner Stoßstange oder kurz hinter der Stratosphäre? Inwieweit können wir eigentlich sozial sein und handeln? Und was bestimmt, wie sozial wir sind? Mir fällt der rücksichtlose, egoistische, Porsche fahrende Verkehrsrüpel ein, der <span style="text-decoration:underline;">sein</span> Leben lebt. Es soll Menschen geben, die nach einer 12-Stunden-Schicht ehrenamtlicherweise Menschen betreuen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht einmal bedanken können. Sozialverhalten also. Ein Gendefekt? Oder Ausdruck eines Überangebotes an Kraft, neben dem eigenen Hirn noch Adenosintriphosphat für die Mitmenschen aufzubringen? Mir fallen auf dem Kopf fliegende Vögel ein, die ihre potentiellen Paarungspartner mit mehr oder minder unsinnigen Kunststückchen beeindrucken. Alles ein ausgeklügelter Masterplan der Natur? Und was ist mit den Meinungen, den Idealen passiert? Selten wurde so pragmatisch, rational und realitätsnah gedacht wie heute. Ein Gewinn? Oder der Beginn der Akzeptanz scheinbar gegebener Umstände? Fragen sind ebenso wichtig wie unbeantwortbar.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-325" title="Die vierfache Hermeneutik" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/07/die-vierfache-hermeneutik2.jpg?w=450&#038;h=465" alt="Die vierfache Hermeneutik" width="450" height="465" /></p>
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		<title>Pussyclub</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:42:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8230; und dann ab in den Pussyclub
mit Schampus und nackten Ärschen
Titten und Weihrauch
Bier und Brechreiz
himmlische Trompeten hinter den rötlich-seidenen Vorhängen
umflogen von einem Muff aus Schweiß und transpiriertem NH4
der Tod an der Bar, der Teufel trinkt eine Bloody Mary
überall Gestöhne und Wolllust
Sex und Verderben
lass uns gehen
in den Pussyclub&#8230;
       <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=307&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:left;">&#8230; und dann ab in den Pussyclub<br />
mit Schampus und nackten Ärschen<span id="more-307"></span><br />
Titten und Weihrauch<br />
Bier und Brechreiz<br />
himmlische Trompeten hinter den rötlich-seidenen Vorhängen<br />
umflogen von einem Muff aus Schweiß und transpiriertem NH4<br />
der Tod an der Bar, der Teufel trinkt eine Bloody Mary<br />
überall Gestöhne und Wolllust<br />
Sex und Verderben<br />
lass uns gehen<br />
in den Pussyclub&#8230;</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/shortstoryexchange.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/shortstoryexchange.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/shortstoryexchange.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/shortstoryexchange.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/shortstoryexchange.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/shortstoryexchange.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/shortstoryexchange.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/shortstoryexchange.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/shortstoryexchange.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/shortstoryexchange.wordpress.com/307/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=307&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ton</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 17:01:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Erleuchtung]]></category>
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		<description><![CDATA[Berauschendes Rückenmark
Schwammiger Schwerpunkt
Meiner schwarzen Seele
Lässt mich schwanken
Undankbar
Denn insgeheim
Obwohl verirrt
Bin ich es
Dein Wirt
Der dich am Leben hält.
Ein Schwerenöter
Gefräßiges Getier
Lechzt nach Blut
Nach Wohlgefallen
Findet´s mich
Werd´ ich sterben
Werd´ ich fallen.
Ton
Ton
Ton.
Hör nicht auf
Zu klingen.
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Berauschendes Rückenmark<br />
Schwammiger Schwerpunkt<span id="more-300"></span><br />
Meiner schwarzen Seele<br />
Lässt mich schwanken<br />
Undankbar<br />
Denn insgeheim<br />
Obwohl verirrt<br />
Bin ich es<br />
Dein Wirt<br />
Der dich am Leben hält.<br />
Ein Schwerenöter<br />
Gefräßiges Getier<br />
Lechzt nach Blut<br />
Nach Wohlgefallen<br />
Findet´s mich<br />
Werd´ ich sterben<br />
Werd´ ich fallen.</p>
<p>Ton<br />
Ton<br />
Ton.<br />
Hör nicht auf<br />
Zu klingen.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/shortstoryexchange.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/shortstoryexchange.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/shortstoryexchange.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/shortstoryexchange.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/shortstoryexchange.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/shortstoryexchange.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/shortstoryexchange.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/shortstoryexchange.wordpress.com/300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/shortstoryexchange.wordpress.com/300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/shortstoryexchange.wordpress.com/300/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=300&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Solares Glück</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 07:00:08 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
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		<description><![CDATA[Sonne, streck&#8217; dich auf und nieder!
Deine Schönheit, fast schon bieder!
Steigst und fällst mit jedem Fall
des Menschen ohne Wiederhall.
Nimmst Notiz von Echs&#8217; und Krieg
strahlst uns uns&#8217;re Teller voll!
unbeeindruckt von jedem Sieg
verlangst kein&#8217; Grund, noch Wegezoll.
Deinem Dienste Folge leistend
wärmst du Leben, bis es brennt!
Und sich das Menschenkind&#8217; erdreistet
dich im Stillen Gottheit nennt.
Keinen Gedanken
an Ehr&#8217; und Evolution
lassen wir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=295&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Sonne, streck&#8217; dich auf und nieder!<br />
Deine Schönheit, fast schon bieder!<br />
Steigst und fällst mit jedem Fall<br />
des Menschen ohne Wiederhall.<span id="more-295"></span></p>
<p>Nimmst Notiz von Echs&#8217; und Krieg<br />
strahlst uns uns&#8217;re Teller voll!<br />
unbeeindruckt von jedem Sieg<br />
verlangst kein&#8217; Grund, noch Wegezoll.</p>
<p>Deinem Dienste Folge leistend<br />
wärmst du Leben, bis es brennt!<br />
Und sich das Menschenkind&#8217; erdreistet<br />
dich im Stillen Gottheit nennt.</p>
<p>Keinen Gedanken<br />
an Ehr&#8217; und Evolution<br />
lassen wir Gerüchte ranken<br />
voller Spott und voller Hohn!<br />
Fluchend -<br />
Lobpreisend!<br />
Suchend -<br />
Verzweifelnd!<br />
Brennend vor Lust<br />
opfern wir uns deiner Kraft<br />
and&#8217;re werfen auf dich ihren Frust<br />
doch fressen sie dein&#8217; Lebenssaft!</p>
<p>Stille hängst du dort im Nichts<br />
scheinbar ewig Nabel aller Welten<br />
wird man Menschen einmal schelten<br />
in den Armen deines Gerichts.</p>
<p>Ungeziefer, Parasiten!<br />
Fressen wir den Weltraum kahl<br />
Reue zeigen, muss mich hüten!<br />
Häng&#8217; ich bald am Marterpfahl.</p>
<p>Lachen könnt&#8217; ich!<br />
Muss doch weinen<br />
wirst du doch nicht ewig scheinen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Stille Post</title>
		<link>http://shortstoryexchange.wordpress.com/2009/05/22/stille-post/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 12:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shortstoryexchange</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Geschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[entdeckung]]></category>
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		<category><![CDATA[spießbürger]]></category>
		<category><![CDATA[trauma]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Gerhardt eines Sonntag Nachmittags mit seinem treuen Gefährten Fridolin &#8211; ein stattlicher Beagle loyaler Selbstlosigkeit &#8211; spazieren ging, machte er im Dickicht des Waldes eine seltsame Entdeckung. Auf einer kleinen Schatulle, die sehr sehr alt zu sein schien, war auf einem verrosteten Schildchen die Gravur eines alten Schriftzuges zu erkennen: &#8222;meyner g&#8217;treuen Welt als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=282&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Als Gerhardt eines Sonntag Nachmittags mit seinem treuen Gefährten Fridolin &#8211; ein stattlicher Beagle loyaler Selbstlosigkeit &#8211; spazieren ging, machte er im Dickicht des Waldes eine seltsame Entdeckung. <span id="more-282"></span>Auf einer kleinen Schatulle, die sehr sehr alt zu sein schien, war auf einem verrosteten Schildchen die Gravur eines alten Schriftzuges zu erkennen: &#8222;meyner g&#8217;treuen Welt als letzten Gruß&#8220; stand krakelig in das Metall geritzt. Normalerweise war es nicht Gerhardts Art, Dinge, die ihm offensichtlich weder gehörten noch etwas angingen, an sich zu nehmen, doch auch Fridolin war dermaßen aufgeregt, dass sein Herrchen beschloss, der Sache auf den Zahn zu fühlen.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-284" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="EPSN0238" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/05/epsn0238.jpg?w=208&#038;h=278" alt="EPSN0238" width="208" height="278" />Zu Hause angekommen &#8211; Gerhardt hatte entgegen seiner Gewohnheit und Überzeugung eine Abkürzung über den Fluss genommen, denn er war einfach zu aufgeregt &#8211; schlich er sich gleich in die Laube, ließ nach mehreren Minuten des Jaulens auch Fridolin hinein und stellte die Schatulle, welche einer Autobatterie gleich schwerer war als sie aussah, wie eine Trophäe auf die Werkbank. Es wäre ein Leichtes gewesen, die kleinen Holzfassungen mit einem spitzen Gegenstand zu durchbrechen, doch Gerhardt fühlte, dass  seine kindliche, abenteuerlustige Ungeduld dem sachlichen Wissenschaftsgeist in ihm &#8211; den er von Berufswegen her habitualisiert hatte &#8211; würde Platz machen müssen. Ein wenig verheißungsvoll zog er die muffige Gardine zu, ganz so, als würde man ihn von der alten Birke her bespitzeln wollen, und setzte sich mit einer Tasse kalten Tees, den er am Morgen beim Reparieren des Rasenmähers zu trinken gedacht hatte, auf den alten Ohrensessel gegenüber der Werkbank. Fridolin legte sich ein wenig gelangweilt mit geradezu vorwurfsvollem Blick ob der demonstrativen Gelassenheit seines Herrchens zu seinen Füßen nieder. Sogleich begann es in Gerhardts Kopfe zu spuken: zwar konnte die antrainierte Regungslosigkeit gegenüber jeder Form von Leidenschaft, Spaß oder Neuigkeit einige Minuten lang den Entdecker in ihm fesseln, doch in Gedanken sah sich Gerhardt schon Schatzkarten aus Pergament ausrollen, klimperende Juwelen in den Händen haltend, Holzbeine feilend und Papageien zur Schweigsamkeit auffordernd. Was, wenn in dem Kästchen etwas Gefährliches war? Vielleicht Plutonium, welches die Russen im kalten Krieg hatten verstecken wollen? Pockenviren, Milzbrand, exotische Springspinnen, die einem das Gehirn durch die Nase ziehen? Gerhardt besann sich auf seine gottgegebene Vernunft und bewegte sich kühl und konzentriert auf das Kistchen zu, als er plötzlich erschrak: &#8222;Gerd, kommst du? Die Kartoffeln sind gut. Tüftelst du etwa wieder?&#8220; rief ein zaghaftes Stimmchen von der Veranda hinüber, Fridolin hob sogleich den faltigen Schädel und blickte hungrig in Richtung Garten. Als Gerhardt seinen Schrecken verdaut hatte, stellte er die Truhe vorsichtig unter die Bank und hastete zu seiner Gattin Magdalena, welche den ganzen Garten in eine wohlduftende Paradiesbucht aus gekochten Kartoffeln, gebratenem Schinken und Bechamelsoße verwandelt hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Erst am späten Abend fand Gerhardt die Ruhe wieder, seinem Schatz das Geheimnis, diesen unbändigen Reiz zu entlocken und schlich sich unter dem Vorwand, den Laubbläser reinigen zu wollen, zurück in seine Hütte, dabei immer dicht gefolgt von Fridolin. Es war bereits dunkel geworden, nur die alte Öllampe im Innern der Laube warf grelle Streifen durch die Spalten der Holzplanken, von drinnen waren leise Schritte und eine klappernde Werkzeugkiste zu vernehmen. Dieses Mal war Gerhardt entschlossener &#8211; beinahe schon wieder kindlich &#8211; und schritt mit dem Schraubenzieher in der Hand, den er wie ein Messer hielt, auf die Truhe zu, bohrte das Metall irgendwo zwischen Deckel und Schatulle und hebelte daran herum, dass es nur so knackte und splitterte. Fridolin flogen kleine, morsche Holzstückchen um die schlaffen Segelohren, der blickte ein wenig verwirrt zu seinem Herrchen hinauf und hielt inne, als der ganze Holzblock samt Inhalt durch die Luft sprang und vor Fridolins Schnauze landete. Gerhardt erschrak ebenfalls, war zugleich darum bemüht, den Lärm wieder gut zu machen, indem er hastig Ordnung zu schaffen versuchte &#8211; doch Gerhardt verstand nicht, dass man Lärm nicht ungeschehen machen kann &#8211; und ignorierte vorerst seinen Schatz auf dem Boden. Fridolin schnupperte ein paar Mal neugierig an dem Holzhaufen, der nun direkt vor ihm lag, verlor dann aber schnell das Interesse daran und schloss die Augen.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-285" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="EPSN0315" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/05/epsn0315.jpg?w=210&#038;h=274" alt="EPSN0315" width="210" height="274" />Nun ist zu dieser Geschichte zu sagen, dass Gerhardt ein ganz und gar angepasster Mensch war. Er akzeptierte die Weltordnung, die er vorfand, als er geboren wurde, er arbeitete den Menschen zu, von denen es hieß, es wäre besser, auf sie zu hören, er machte einen großen Bogen um jene Türchen in der Schrankwand der Großeltern, die zu öffnen ihm verboten worden waren. Viele Jahrzehnte lang hatte Gerhardt solide Arbeit im Dienste der Post getan, war einmal zu spät im Lager erschienen, weil er seinen von einem Auto angefahrenen Neffen Simon ins Krankenhaus gefahren hatte und war besonders stolz darauf, nach 25 Jahren Dienst zum Abteilungsleiter des Zentrallagers der Stadt Dresden ernannt worden zu sein. Kurzum: Gerhardt war es gewohnt, die Dinge nicht zu hinterfragen, hatte gelernt, große und kleine, schwere und leichte Pakete, sahen sie noch so geheimnis- und wertvoll aus, sachlich korrekt zu ihrem Bestimmungsort weiterzuleiten. Und wäre Gerhardt nicht Jahre später von einem jungen, studierten Nachwuchsmanager aus Alters- und Gesundheitsgründen entlassen worden, was heftige Wutausbrüche und eine langjährige Therapie nach sich zog, so hätte er sich vielleicht auch in diesem Moment den Tugenden der Deutschen Post verpflichtet gefühlt und den eigentlichen Empfänger der Schatulle ermitteln wollen. Doch Gerhardt sah in diesem Fund vielmehr etwas Schicksalhaftes, eine Gelegenheit, den Dolchstoß seiner Arbeitgeber &#8211; wie er es oft vor seinen Kegelfreunden genannt hatte &#8211; durch ein letztes Verneinen des Postgeheimnisses zu rächen, zugleich war sich Gerhardt nicht sicher, ob ein vergrabenes, scheinbar längst vergessenes Stück Sendung wie dieses überhaupt unter die modernen Gesetze von Eigentum und Recht fällt. Und wenn ja, war nicht auch er Teil der &#8222;g&#8217;treuen Welt&#8220;? War nicht sogar gerade er, der sein Leben lang nichts anderes tat als hundsloyal willkürlich aufgestellten Regeln Folge zu leisten, als Zahnrad dieser &#8222;treuen Welt&#8220; zu bezeichnen?</p>
<p style="text-align:justify;">Was auch immer Gerhardt an jenem Abend in der Gartenlaube seines Grundstückes am Rande Dresdens offenbarte, es war Anlass genug, dass er nie wieder ein Wort darüber verlor, was er früher getan hatte, er beklagte sich nicht mehr über das Unrecht, das ihm wiederfuhr, ließ Weltgeschehen im Negativen und Positiven stillschweigend gewähren. Seine Angehörigen wunderten sich zwar über die stoische Ruhe, die Gerhardt von jenem Tag an ausstrahlte, glaubten, er hätte die Therapie nicht überstanden, wäre vollends einem Trauma verfallen, doch Gerhardt und Fridolin wussten es besser, denn sie waren nun mit der Welt im Reinen.</p>
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		<title>Sonntagsgedanken</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 14:45:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nicht selten stehe ich am Fenster und frage mich, ob es Sinn macht, am Fenster zu stehen und sich Fragen zu stellen. In der Küche gibt es viel zu tun, Essensreste überall; Glasscherben, weil jemand zu heftig angestoßen hat; im Bad ein stechender Duft, weil jemand zu heftig aufgestoßen hat. Im Innenhof spielt die Nachbarstochter. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=277&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Nicht selten stehe ich am Fenster und frage mich, ob es Sinn macht, am Fenster zu stehen und sich Fragen zu stellen. In der Küche gibt es viel zu tun, Essensreste überall; <span id="more-277"></span>Glasscherben, weil jemand zu heftig angestoßen hat; im Bad ein stechender Duft, weil jemand zu heftig aufgestoßen hat. Im Innenhof spielt die Nachbarstochter. Wieso eigentlich denken? Wozu eigentlich fragen? Das Leben geht auch so weiter. Ich denke an die Evolutionslehre aus dem Bio-Unterricht, die Blödheit sortiere sich von allein aus. Zumindest auf den Bäumen. Aber da gibts auch keine Sozialstaaten. Oder wie läuft das in einem Ameisenstaat? Gibt&#8217;s da Hartz-IV? Die Küche wird nicht sauberer vom Denken. Das Bad lässt sich nicht frisch fragen. Fegen und denken geht auch schlecht, dabei geht immer etwas zu Bruch. Irgendwo knallt eine Tür. Vielleicht vom Wind, vielleicht aus Zorn, vielleicht war es aber auch eine Mülltonne. Denken Ameisen? Wissen sie, wofür sie das was-weiß-ich-wieviel-fache ihres Körpergewichtes tragen &#8211; und das bis zu ihrem Tod? Oder sind Ameisen geborene Kommunisten? Alles für die Gemeinschaft? Alles für die Katz&#8217;. Der Kühlschrank surrt, als wolle er sagen, dass er sich leer fühlt. Wozu eigentlich Mensch sein? Um aus Agglomerationen von Insekten Ameisensozialstaaten zu machen? Ich will kein Tier sein. Es würde mich schmerzen, im Zoo zu sitzen und mir die verzweifelten Seelen von Kleinstkindern und deren affigen <img class="alignleft size-medium wp-image-279" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="monkey_invader" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/04/monkey_invader.jpg?w=275&#038;h=223" alt="monkey_invader" width="275" height="223" />Begleitern ansehen zu müssen. Was denken Tiere über Menschen? Prosten sich Pflanzen zu, wenn es regnet? Empfinden Tiere es als unangenehm, wenn sie kotzen? Schämen sich Affen für ihre menschliche Verwandtschaft? Im Innenhof passiert nichts. Nicht einmal das Nachbarskind macht Blödsinn. Ich öffne das Fenster, um klarer denken zu können, doch stattdessen: Wind. Eine Zeitung auf dem Sims flattert zu Boden, irgendwo klirrt Metall, kurze Zeit später ein Fenster, das sich selbst schließt. Im Innenhof liegt ein Husky, der meinem Nachbarn gehorcht. Wem gehorcht er? Gott? Der Werbung? Marx? Seiner Erziehung? Die Küche muss aufgeräumt werden, das Bad ebenfalls. Doch je länger ich die Unordnung ertrage, desto erträglicher wird sie. Räumen Primaten ihren Wald auf? Gibt&#8217;s im Ameisenstaat Innenhöfe? Falls ja, spielen dort Kinder? Wer wird Königin? Und wo ist überhaupt der König? Affen haben es ja auch nicht besser, die hängen in den Bäumen und warten aufs Ende der Menschheit. Selbst der Fußboden im Bad klebt, die Badewanne hat Schrammen und Kerben von gekühlten Bierflaschen. Affen mögen Termiten am Stiel, das weiß ich. Der Hunger bestimmt unseren Speiseplan, nicht andersherum. Menschen essen Menschen. Warum auch nicht? Man muss ja niemanden dafür töten, täglich sterben viele Leute. Man wird blöd vom vielen Denken. Für alles gibt es ein Wort &#8211; und wenn das nicht mehr reicht, erfinden wir uns neue Dinge, für die wir uns Wörter ausdenken können. Draußen auf der Fensterbank läuft eine einzige Ameise, ich lasse sie herein. Die Küche ist dreckig, aber ich räume nicht auf.</p>
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		<title>Ein Plädoyer für die Stille</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 14:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shortstoryexchange</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Gut &#8211; welches gänzlich unberührt zu bleiben scheint von Finanzkrisen, Politgesülze, Umweltschutzbemühungen, Umweltzerstörungen, Terroranschlägen, Rohöl-Entdeckungen im Ozean &#8211; ist die Stille. Wenngleich ich nur schwer sagen kann, ob eine Tendenz zu mehr Lärm besteht &#8211; röhrende Zwei- und Viertakter, Baustellenlärm, Hupen jeder Art, Gehämmere auf Metall, auf Holz, auf Stein, das allgemeine Herumlärmen des [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=271&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Ein Gut &#8211; welches gänzlich unberührt zu bleiben scheint von Finanzkrisen, Politgesülze, Umweltschutzbemühungen, Umweltzerstörungen, Terroranschlägen, Rohöl-Entdeckungen im Ozean &#8211; ist die Stille. <span id="more-271"></span>Wenngleich ich nur schwer sagen kann, ob eine Tendenz zu mehr Lärm besteht &#8211; röhrende Zwei- und Viertakter, Baustellenlärm, Hupen jeder Art, Gehämmere auf Metall, auf Holz, auf Stein, das allgemeine Herumlärmen des Homo sapiens sapiens &#8211; diese Welt ist offensichtlich nicht nur mir zu laut. Welche Entwicklung da vielleicht schon offensichtlicher ist, ist der größer werdende Anteil an kanalisiertem Lärm in Form von Rockkonzerten, technisch hochwertigen Kopfhörern, Musik und noch mehr Musik in allen Formen und Farben, vorgelesenen Bücher, vorgelesenen Bibelverse, der Mensch sucht sich seinen Lärm aus.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-274" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="laerm" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/04/laerm.jpg?w=213&#038;h=225" alt="laerm" width="213" height="225" />Nicht selten beobachte ich auch die Buschbrand-Methode: wir entgehen dem Lärm unserer Mitmenschen durch selbst gewählten Lärm vom MP3-Player. Wir huldigen dem Nonsens des Fernsehens, wenn wir unseren Kindern während der Nachrichten das Reden verbieten. Ob nun der moderne Einzelne lauter oder leiser ist als seine Vorfahren aus dem Mittelalter, tut letztlich nichts zur Sache, unterm Strich gibt es mehr Menschen und damit mehr Lärm; der technologische Fortschritt erlaubt uns neue Formen des Lärmens, dem Einzelnen eröffnen sich täglich neue Möglichkeiten, sich über Lärm zu empören. Hinzu kommt, dass Lärm scheinbar nicht ausgenommen ist vom verschlingenden Wesen der Gewohnheit: Menschenkinder, die in Baumaschinenlärm und/oder zwischen brüllenden Erziehungsberechtigten aufwachsen, empfinden die Stille als Bedrohung. Vielleicht ist die Lautstärke des 21. Jahrhunderts nicht die Basis von all den Seelenkrankheiten, die uns täglich aufs Neue in die Nachrichten und Apotheken-Rundschauen schleichen, doch ist der Lärm maßgeblich am dünnen Nervenkostüm des Industriemenschen beteiligt, funktional insbesondere dort, wo bekanntermaßen der Schwachpunkt der Menschheit liegt: in der Schaltzentrale, dem Hirn, der so hoch gepriesenen Schöpfung Gottes. Zudem ist eine Abnahme von Messen des Lärms ebenfalls nicht abzusehen, Kriege gibt es nach wie vor, auch, wenn wir sie gerade mal nicht hören.</p>
<p style="text-align:justify;">All das mögen Gründe sein, weshalb die Abwesenheit von Geräuschen zunehmend als angenehm empfunden und daher stärker nachgefragt wird:  da gab es plötzlich Chillout- und Entspannungs-CDs mit Wasserfällen, Walgesängen, tropischem Waldgezwitscher, quasi das Nikotinpflaster für den Hörsturzgefährdeten. Fernöstliche Entspannungs-Sportarten erheben die Ruhe zur zentralen Lehre ihrer Praktiken, das Schweigen hinterlässt den Glanz der Weisheit auf unserer Stirn, die Schweigeminute wird zum höchsten Ausdruck von Respekt in einer mit Lärm geschwängerten Welt. Dass wir in der Ruhe uns und unseren Gedanken schutzlos ausgeliefert sind, wird nicht zuletzt Grund sein für die Beliebtheit von akustischen Ablenkungssignalen aller Art. Wir glauben irrtümlicherweise, wir würden alle Geräusche dieser Welt kennen, hätten alle Möglichkeiten des Lärmens ausgeschöpft, doch gibt diese Überzeugung im Angesicht des menschlich-idiotischen Erfindungsgeistes allen Grund zur Skepsis. Daher appelliere ich an uns Menschheit: Pssst!</p>
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		<title>Ein Ende</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 23:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shortstoryexchange</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Zoltan zog den Karren bis zum Markt, dort ließ er ihn stehen, ganz so, als würde man einen Hund seinem Schicksal überlassen. Der Weg war lang und unwegsam gewesen, die Sonne brannte und der Mund wurde zunehmend trockener. Außer ein paar Wüstenfüchsen sah Zoltan niemanden, wenngleich er glaubte &#8211; dies natürlich nur im Wahnsinn der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shortstoryexchange.wordpress.com&blog=3304651&post=263&subd=shortstoryexchange&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Zoltan zog den Karren bis zum Markt, dort ließ er ihn stehen, ganz so, als würde man einen Hund seinem Schicksal überlassen. Der Weg war lang und unwegsam gewesen, die Sonne brannte<span id="more-263"></span> und der Mund wurde zunehmend trockener. Außer ein paar Wüstenfüchsen sah Zoltan niemanden, wenngleich er glaubte &#8211; dies natürlich nur im Wahnsinn der wüsten Einsamkeit &#8211; einen alten Schulfreund im Nebel der vor erbarmungsloser Sonneneinstrahlung flimmernden Hitze wiedergesehen zu haben. Die Feldflasche war schon seit dem Morgen leer, die Beine brannten vom peitschenden Wüstenstaub, die Schuhe scheuerten Blasen in die braune, schwitzende Haut. Furchen der Trockenheit zogen sich durch ein regungloses, aber dennoch entschlossenes Gesicht, welches mit blassen, schmalen, rissigen Lippen den Anschein eines nahestehenden Ablebens machte. Dazu der Karren, ein Vieh aus Holz, vollgepresst mit dem Krempel der Menschheit, Säcke mit Getreide, Säcke mit Trockenobst, Krüge voller stechender Gewürze, leere Ziegenblasen, Kisten gefüllt mit leeren Ziegenblasen.</p>
<p style="text-align:justify;">Einen Tee hatte er bekommen, doch das war lange her. Seit Stunden bahnte sich Zoltan einen Pfad durch Dürre und Tod, dabei diesen Karren voller Schund. Die kleine, steinerne Ruine einer frühzeitlich aussehenden Hacienda hatte nur kurz als Stätte der Rast gedient, Zoltan war sich der Wichtigkeit seines Vorhabens bewusst. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne noch schläfrig-schonend hinter dem Dünenkamm, eine Sterndraa, wie Zoltan vermutete, doch hatte er diesbezüglich nicht wirklich Ahnung. Vielmehr war er Kenner von Gewürzen, von der Alchemie der Nahrung, ein regional geschätzter Koch eigenwilliger und gerade deshalb vielerorts beliebter Kreationen delikater Genügsamkeit. Doch nun war es anders, die Sonne brannte nach wie vor gnadenlos auf ihn herab &#8211; nicht nur auf ihn, alles schien im Kegel eines brennenden Sterns zu sterben &#8211; doch für Zoltan war dies nicht die erste Reise in die Ungewissheit, oft schon schätzte man ihn dem Tode näher als den Lebenden, er selbst wusste sich dieser Bedrohung immer durch vernünftige Beharrlichkeit zu entziehen, indem er an den richtigen Orten eine Rast einlegte, sorgsam mit dem Wasser wirtschaftete und sich wie kein Zweiter im Nichts des Staubes auskannte.</p>
<p style="text-align:justify;">Spät am Abend &#8211; die Hitze war bereits einem kühlen und freundlich aussehenden Mond gewichen &#8211; erreichte Zoltan einen Palmenhain, der ihm aus seiner Kindheit wohl bekannt war, errichtete sein Nachtlager, aß die paar kleingewachsenen Früchte, die die Steppe hergab und schlief schließlich im Frost der nächtlichen Wüste ein.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft size-medium wp-image-267" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="desert_flash_02" src="http://shortstoryexchange.files.wordpress.com/2009/04/desert_flash_02.jpg?w=231&#038;h=153" alt="desert_flash_02" width="231" height="153" />In dieser Nacht hatte Zoltan einen besonderen Traum. In jenem Traum begegnete ihm in einer Wüste, die keine Hitze, Kälte, Durst oder Hunger kannte, ein übergroßer Salamander, der ihm auf merkwürdige Art und Weise zu verstehen gab, sich seines Karrens entledigen zu müssen, um ihm, dem Herrscher der Wüste, schließlich bedingungslos folgen zu können. Zoltan tat, was man ihm sagte und setzte den Fußmarsch an der Seite dieses in edle Herrenkleidung gewachsene Reptils fort. Ein Weg lang wurde nicht gesprochen &#8211; nur der weder warme noch kalte Mond tauchte den topfebenen Boden in gleichgültiges Grau &#8211; Wüstenfüchse schlichen ein wenig versetzt hinter ihnen her. Nach einigen Stunden &#8211; Zoltan würde noch heute darauf bestehen, dass er die vollen Stunden dieses Marsches im Traum durchlebte &#8211; gelangten sie an einen imposanten Wasserfall, der aus dem Himmel herabfiel und vorbei an Wüstenboden, Leguanen und Menschensorgen in der Tiefe des Universums zu verschwinden schien. Als säßen die beiden ungleichen, einer Lehrer- und Schülerrolle gewissermaßen verpflichteten Wanderer am blutenden Leib eines sterbenden Tieres, nickte man sich einig und anerkannt zu, bevor der Leguan im Schwall der Wassermassen verschwand. Zoltan, dessen Holzkarren nun irgendwo in der Wüste stand, ein Karren mit leeren Ziegenblasen, ein Esel mit Tonkrügen, ein Schiff im Sand der Vergänglichkeit. Zoltan, der nicht klagte, der nicht weinte und nicht lachte. Zoltan starb in jener Nacht den Tod der Aufopferung. Ein Tod, der Beginn von allem war.</p>
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