Solares Glück

Sonne, streck’ dich auf und nieder!
Deine Schönheit, fast schon bieder!
Steigst und fällst mit jedem Fall
des Menschen ohne Wiederhall.

Nimmst Notiz von Echs’ und Krieg
strahlst uns uns’re Teller voll!
unbeeindruckt von jedem Sieg
verlangst kein’ Grund, noch Wegezoll.

Deinem Dienste Folge leistend
wärmst du Leben, bis es brennt!
Und sich das Menschenkind’ erdreistet
dich im Stillen Gottheit nennt.

Keinen Gedanken
an Ehr’ und Evolution
lassen wir Gerüchte ranken
voller Spott und voller Hohn!
Fluchend -
Lobpreisend!
Suchend -
Verzweifelnd!
Brennend vor Lust
opfern wir uns deiner Kraft
and’re werfen auf dich ihren Frust
doch fressen sie dein’ Lebenssaft!

Stille hängst du dort im Nichts
scheinbar ewig Nabel aller Welten
wird man Menschen einmal schelten
in den Armen deines Gerichts.

Ungeziefer, Parasiten!
Fressen wir den Weltraum kahl
Reue zeigen, muss mich hüten!
Häng’ ich bald am Marterpfahl.

Lachen könnt’ ich!
Muss doch weinen
wirst du doch nicht ewig scheinen.

Eine Antwort zu “Solares Glück”

  1. Originell! Die Zeile ‘Stille hängst du dort im Nichts’ ließ mich nachdenken. Und die Vorstellung, welch dunkles ohrenbetäubendes Grollen wohl zu hören ist, wenn man der Sonne näher kommt, ist schon beunruhigend. Der Bass der Bässe.

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